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Schlafapnoe & Didgeridoo

Seit März 2006 bietet Jürgen Breuninger Schlafapnoe Patienten Didgeridoo Training an. Wissenschaftler haben in Zürich herausgefunden, dass Didgeridoo spielen die Symptome der Patienten verbessert.


Im folgenden finden Sie zwei Artikel zum Thema:
Didgeridoo statt Atemmaske
Krankhaftes Schnarchen wurde bisher mit einer nächtlichen Nasenmaske therapiert. Nun eröffnen sich für Schnarcher neue attraktive Möglichkeiten: Forscher der Unversität Zürich und der Zürcher Höhenklinik Wald haben nämlich herausgefunden, dass Didgeridoo spielen gegen Schnarchen hilft.
Theo von Däniken
Von sommerlichen Festivals und Fussgängerzonen sind sie nicht mehr wegzudenken: Die Didgeridoo-Spieler, die dem Blasinstrument der australischen Ureinwohner erdig vibrierende Klangteppiche entlocken. Dass Didgeridoo spielen nicht nur entspannend ist, sondern eine wirksame Therapie gegen das obstruktive Schlafapnoe-Syndrom – also krankhaftes Schnarchen – ist, das haben Milo Puhan vom Horten Zentrum der Universität Zürich und Otto Brändli von der Zürcher Höhenklinik nun mit einer Studie nachgewiesen. Die Studie wurde am Freitag in der Online-Ausgabe der Zeitschrift «British Medical Journal» veröffentlicht.
Muskeltrainig
«Bei Patienten mit einem Schlafapnoe-Syndrom sind die Muskeln, welche die oberen Atemwege offen halten, schwächer ausgebildet. Beim Didgeridoo spielen wird genau diese Muskulatur dank der speziellen Atemtechnik stark beansprucht und trainiert», erläutert Otto Brändli die Wirkungsweise der Therapie.
Die Zürcher Forscher sehen darin einen neuen Ansatz in der Therapierung von krankhaften Schnarchern. Denn bisher wurde gegen das obstruktive Schlafapnoe-Syndrom die nächtliche Überdruckatmung (CPAP-Therapie) angewendet. Dabei müssen die Patienten nachts eine Nasenmaske tragen, über die sie mit Raumluft beatmet werden.
Attraktive Alternative
Viele Patienten empfinden diese Therapie jedoch als belastend und brechen sie nach kurzer Zeit wieder ab. Mit dem Didgeridoo spielen steht ihnen nun nach Ansicht der Forscher eine attraktive Alternative offen. Denn Didgeridoo ist einfach zu spielen und das Spiel selbst ist entspannend.
Auf den Effekt aufmerksam wurden die Forschenden durch den Zürcher Didgeridoo-Lehrer Alex Suarez. Er hatte im Schlaf Probleme mit der Atmung und schlief entsprechend schlecht. Dies besserte sich jedoch, als er anfing Didgeridoo zu spielen. Nach mehreren Monaten schnarchte er deutlich weniger und war auch tagsüber weniger müde. Alex Suarez hatte sein krankhaftes Schnarchen erfolgreich selber therapiert.
Otto Brändli und Milo Puhan konnten diesen Effekt in einer Studie mit 25 Personen mit einem leichten Schlafapnoe-Syndrom belegen. Die 25 Teilnehmenden wurden zufällig zwei Gruppen zugeordnet, von denen eine in der Folge Didgeridoo zu spielen begann. Nach vier Monaten zeigten die Didgeridoo-Spielenden eine signifikant geringere Tagesmüdigkeit als die Kontrollgruppe. In den Schlafuntersuchungen zeigte sich auch objektiv eine Verminderung des Schweregrads des Schlafapnoe-Syndroms. Zusätzlich fühlten sich die Partnerinnen und Partner der Studienteilnehmer deutlich weniger in ihrem Schlaf gestört.
Theo von Däniken ist Redaktor von unipublic
Ur-Töne gegen das Schnarchen
Menschen, die am krankhaften Schnarchen leiden, haben Grund zur Hoffnung: Ein seit mindestens 3000 Jahren bei den australischen Aborigines beliebtes Blasinstrument verspricht die Minderung des Schweregrades bei obstruktiver Schlafapnoe.

Schon seit Anbeginn der Zeit hallen die Töne des Didgeridoo durch die Weiten Australiens - das jedenfalls erzählen die Aborigines. Ungezählte Legenden ranken sich um die einzigartige Eukalyptus-Röhre, die, je nach Blastechnik, sowohl Musik als auch Tiergeräusche von sich geben kann. Forscher der Universität Zürich und der Züricher Höhenklinik Wald haben nun im Fachblatt British Medical Journal die therapeutische Wirksamkeit des Instruments beschrieben. Sie konnten zeigen, dass regelmäßiges Didgeridoo-Spielen den Schweregrad des krankhaften Schnarchens deutlich vermindert. Das Instrument, bei dem der Ton durch den Mund erzeugt wird, während der Spieler durch die Nase einatmet, könnte nach Ansicht der Mediziner Patienten zu Gute kommen, bei denen eine konventionelle Behandlung mit nächtlicher Überdruckatmung (CPAP-Therapie) nicht greift. Didgeridoo-Spielen sei in solchen Fällen "eine attraktive Alternative".

Wie so oft spielte der Zufall die entscheidende Rolle beim Auffinden der neuartigen Therapie. Alex Suarez aus dem Zürcher Oberland gehörte zu den Patienten, bei denen die Atmung im Schlaf nicht einwandfrei funktionierte; ihn quälten heftiges nächtliches Schnarchen, ein unruhiger Schlaf und entsprechende Müdigkeit am Tage. Nachdem Suarez jedoch regelmäßig und über mehrere Monate hinweg das Didgeridoo an die Lippen setzte, stellte er eine deutliche Besserung seiner Symptome fest. Untersuchungen im Schlaflabor der Zürcher Höhenklinik Wald bestätigten den Erfolg seiner Methode. Um den Zusammenhang auch wissenschaftlich korrekt nachzuweisen, führte daraufhin das Forschungsteam um Milo Puhan vom Horten Zentrum der Universität Zürich und Otto Brändli von der Züricher Höhenklinik Wald eine randomisierte, kontrollierte Studie durch. Die Wissenschaftler untersuchten, ob sich das Didgeridoo-Spielen tatsächlich auf Folgeerscheinungen des obstruktiven Schlafapnoe-Syndroms wie vermehrte Tagesmüdigkeit und Störung der Schlafpartner auswirke.
Dazu teilten die Forscher 25 Patienten mit leichtem Schlafapnoe-Syndrom nach dem Zufallsprinzip entweder in die Didgeridoo-Gruppe oder eine Kontrollgruppe ein. Nach viermonatigem Spielen zeigten die Didgeridoo-Spieler eine signifikant geringere Tagesmüdigkeit als die Teilnehmer in der Kontrollgruppe. Die Schlafuntersuchungen bestätigten auch objektiv eine Verminderung des Schweregrads des Schlafapnoe-Syndroms. Zusätzlich fühlten sich die Partnerinnen und Partner der Studienteilnehmer deutlich weniger gestört.

"Bei Patienten mit einem Schlafapnoe-Syndrom sind die Muskeln, welche die oberen Atemwege offen halten, schwächer ausgebildet. Beim Didgeridoo-Spielen wird genau diese Muskulatur dank der speziellen Atemtechnik stark beansprucht und trainiert", erklärt Otto Brändli das Phänomen.
Ur-Instrument, neue Therapie?
Die heilende Wirkung des Ur-Instruments eröffnet nach Meinung der Ärzte vollkommen neue Perspektiven in der Behandlung des Schnarchens. Denn das Spielen ermöglicht es offenbar dem Patienten, die oberen Atemwege besser offen zu halten. Zudem liegt der besondere Reiz der Therapie in der Musik selbst: Ein Didgeridoo zu spielen ist einerseits relativ einfach, andererseits empfinden viele Menschen die Töne als entspannend und wohltuend. Im Vergleich dazu erscheint die herkömmliche CPAP- Therapie geradezu als Tortur, denn hierbei müssen Patienten nachts eine Nasenmaske tragen, über die sie mit Raumluft beatmet werden. "Solche Therapien scheitern oft daran, dass sie für die Patienten belastend sind und nach kurzer Zeit wieder abgebrochen werden", meint Brändli.

Musikalisch betrachtet gelangte das Didgeridoo schon einmal ins Bewusstsein der westlichen Welt. 1998 katapultierte sich die Acid-Jazz-Band Jamiroquaizum mit dem Hitsingle "Deeper Underground" in die Charts; im Godzilla-Remake ertönte der Titel als Soundtrack. Die Ergebnisse der Schweizer Forscher könnten den Bekanntheitsgrad und die Verbreitung des Didgeridoo noch steigern. Immerhin schnarcht Schätzungen zufolge jeder Zweite, und allein hierzulande leiden über eine Million Menschen unter obstruktiver Schlafapnoe.



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